„Die kleine Wundertüte hat wieder mal zugeschlagen“, fiel das erste Resümee von Telis-Teamchef Kurt Ring zu Hause aus und er meinte damit Miri Dattke, die erst gestern am Abend wegen einer Uni-Prüfung nach Spanien nachreisen konnte. In einem völlig kontrollierten Rennen von vorn bis hinten hatte sich ihre Befürchtung „ich habe im Vorfeld doch vielleicht ein bisschen wenig Kilometer gemacht“ nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil: Auf dem letzten Kilometer konnte sie noch einmal deutlich beschleunigen und so den neuen bayerischen U23-Rekord, den vor genau drei Jahren ihre Teamkollegin Franzi Reng auch in Barcelona mit 1:12:33h gelaufen war, markieren. In dieser Altersklasse waren in Deutschland bisher nur Sonja Oberen und Rekordhalterin Alina Reh schneller. Auch Anja Scherl war mit ihrem Auftritt mehr als zufrieden. „Alles unter 1:15 wäre gut gewesen, mit einer 1:12er Zeit habe ich nicht gerechnet“.

Am Ende fehlten Philipp Pflieger nur zwanzig Sekunden zum Hausrekord. Nach anstrengenden vier Wochen im Höhencamp in Iten (Kenia) lief der Regensburger seinen exakten Drei-Minuten-Schnitt wie ein Schweizer Uhrwerk runter und verpasste die Top-Ten nur um zwei Sekunden. Vorne tummelten sich natürlich wieder die Ostafrikaner. Es gewann der Kenianer Eric Kiptanui mit 1:01:04h hauchdünn vor den beiden Äthiopiern Abebe Degefa (1:01:05h) und Betesfa Getahun (1:01:07h). Hauchdünn war auch Telis-Mann Kevin Key von der ersehnten 1:05er Zeit weg. Er teilte damit das Schicksal mit der Frauensiegerin, konnte aber auf Grund seiner fulminanten Steigerung mehr als zufrieden mit seiner Leistung sein. Jetzt geht’s nach einer Regenerationswoche für die Telis-Asse kommenden Sonntag noch einmal ins portugiesische Montegordo, um sich dort den letzten Schliff für die am 9. März in Ingolstadt stattfindenden Deutschen Crosslauf-Meisterschaften zu holen.