Deutsche und Bayerische Halbmarathonmeisterschaften an einem Wochenende

meingast_blv-cross10_foto_kiefnerRegensburg, 12. April 2010 –  Viele bayerische Laufenthusiasten werden sich beim Aufschlagen der Terminkalender 2010 verwundert die Augen gerieben haben: Bayerische und Deutsche Meisterschaften auf der Halbmarathondistanz finden am gleichen Wochenende an verschiedenen Orten statt. Das Gleiche wiederholt sich dann Anfang Mai mit der DM über 10.000 m und den 10 km Straßenmeisterschaften auf bayerischer Landesebene. Dumm gelaufen mag sich dabei so manch/e weißblauer Läufer/In gedacht haben. Was in den letzten Jahren so mustergültig klappte, scheint nun mit dem etwa drei Wochen späteren Halbmarathon-DM-Termin und der Verschiebung der Landesmeisterschaften über 10 km ins Frühjahr aus den Fugen geraten zu sein.
Damit kann man zumindest auf der kürzeren Strecke Abschied nehmen von einem qualitativ hochwertigen Ansatz wie 2008 in Erding und 2009 in Regensburg. Entschuldigungen seitens der verantwortlichen Breitensportabteilung des BLV wirken da eher verlegen als überzeugend. 10 km Meisterschaften sind nicht so schwer auszurichten, als dass sich im Herbst bei den zahlreichen Läufen über diese Distanz keiner gefunden hätte, diese mit zu übernehmen und auch beim Halbmarathon kann man getrost von dieser Annahme ausgehen.

Bayerische Meisterschaften auf der Straße ohne jegliche/n Topläufer/In sind wie eine Suppe ohne Salz – auch dann, wenn noch so viele Senioren/Innen-Entscheidungen Klasse zeigen. Man mag den Leuten vom Breitensport durchaus ein Lob aussprechen, die Meisterschaften außerhalb des Stadions in den letzten Jahren mühevoll und akribisch ausgerichtet zu haben. Richtig ist diese Zuweisung aber nicht. Auch das längere Laufen auf der Straße und im tiefen Geläuf ist Hochleistungssport und Bayerns Topläufer/Innen beweisen dies gerade in den letzten Jahren in ungeahnter Weise durch ihre Erfolge und Leistungen.

Deshalb ist es höchste Zeit, dass auch diese Veranstaltungen wieder unters Dach des Leistungssports zurückkehren. Jetzt, wo durch Neuwahlen auch neues Personal Verantwortung übernommen hat, wäre dies der richtige Zeitpunkt. Man stelle sich vor, man würde die Hammerwurfentscheidungen dem Rasenkraftsport übertragen. Nicht auszudenken, welcher Stich das ins Herz der bayerischen Topwerfer wäre.

Eine Straßen- und Crosslauf-Kommission, die sich um perfekte Ausrichtungen kümmert, ist überfällig. Geht’s so weiter wie bei den zwar liebevoll, aber dennoch unprofessionell ausgerichteten diesjährigen Bayerischen Crossmeisterschaften, werden die Asse von selbst wegbleiben und mit der sinkenden Athletenqualität wird auch ein schwindende Veranstaltungsqualität einhergehen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwar, aber dennoch jammerschade. Den wohl jetzt ob diesen Kommentars stark aufgeschreckten Seniorensportlern sei’s zudem durch die Blume gesagt: Auch die Zuwendung der meist dem Seniorenalter angehörenden Breitensportlern gilt immer mehr den massestarken Cityläufen als jenen stark seniorenbezogenen Meisterschaften. Jetzt wäre der Zeitpunkt noch da, dem Ganzen wieder eine andere Richtung zu geben.